Tag 2: Franziska Forberg | AG Stolpersteine

PAST

 

Franziska Forberg (1869–1942) wurde als Tochter des jüdischen Bankiers Ludwig Gumpel in Leipzig geboren. 1896 heiratete sie Robert Max Forberg, der Inhaber des von seinem Vater gegründeten „Rob. Forberg Musikverlag“ war. Der Verlag wurde vor allem durch sein Engagement für russische Komponisten bekannt (u.a. Tschaikowski, Rimski-Korsakow) und besteht innerhalb des G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag bis heute fort. Daneben betrieb die Familie eine Kommissionsbuchhandlung. Das Verlagshaus befand sich in der damaligen Talstraße 19.

Als Robert Max Forberg 1920 starb, übernahm seine Frau die Verlagsleitung. 1925 stieg Frau Forbergs Neffe Horst von Roebel als Teilhaber in den Verlag ein. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte der Verlag 1936 nur durch die Übertragung der Alleininhaberschaft an Horst von Roebel gerettet werden.

Franziska Forbergs 1886 verstorbener Vater hatte die Stiftung „Gumpel‘sches Vermächtnis“ gegründet. Damit unterstützte er Arme und Benachteiligte in Leipzig. Ein gewisser Sockelbetrag sollte jedoch der Unterstützung der eigenen Familie dienen. Die von der Stadt Leipzig verwaltete Stiftung entzog Franziska Forberg 1940 den einst verfügten Unterhalt. Das Geld sollte allein bedürftigen „arischen“ Leipzigern zu Gute kommen. Im März 1942 musste Franziska Forberg ihre Wohnung in der Grassistr. 46 aufgeben und in das „Judenhaus“ in der Gustav-Adolf-Str. 7 ziehen. Ihr Wohnungsinventar wurde vom Versteigerungshaus Hans Klemm verwertet. 

Angesichts ihrer bevorstehenden Deportation nach Theresienstadt ging Franziska Forberg am 1. September 1942 in den Freitod.

 

Recherchen und Patenschaft: Maike Wagner

 

 

PRESENT

 

Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. / AG Stolpersteine Leipzig

Das Projekt Stolperstein des Aktionskünstlers Gunter Demnig wird in Leipzig von einer Arbeitsgruppe realisiert. Dazu gehören: Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V., Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig, Ephraim-Carlebach-Stiftung, Referat Internationale Zusammenarbeit Stadt Leipzig, Bürgerkomitee Leipzig e. V., Erich-Zeigner-Haus e. V. und die Historikerin Dr. Andrea Lorz.

 

Webauftritt

 

Bild: Stolperstein für Franziska Forberg in der Talstraße 23, © Nora Pester
Bild: Stolperstein für Franziska Forberg in der Talstraße 23, © Nora Pester