Tag 1: Samuel Lampel | Leipziger Synagogalchor

PAST

 

Samuel Lampel (1884–1942), aufgewachsen im Berliner Scheunenviertel, wirkte zehn Jahre als Lehrer an der jüdischen Gartenbauschule in Hannover-Ahlem, bevor er 1914 als Kantor der liberalen Gemeindesynagoge nach Leipzig ging. Ein großes Anliegen war es ihm, durch Konzerte und Rundfunksendungen Nichtjuden für jüdische Kultur zu interessieren. Seine Sammlung „Kol Sch‘muel“ (Die Stimme Samuels), die 57 Kompositionen für die Sabbat- und Festtagsliturgie enthält, fand überregionale Beachtung. Nach der Pogromnacht 1938 wirkte Lampel zudem als Rabbiner, gleichermaßen für liberale und orthodoxe Juden. Vielen ehemaligen Leipzigern blieb Lampel, der mit seiner Frau Rosa im Juli 1942 „gen Osten“ deportiert wurde, als leidenschaftlicher Lehrer der Ephraim-Carlebach-Schule in Erinnerung.

Heute widmet sich der Leipziger Synagogalchor der Wiederentdeckung und Wiederaufführung seines Werkes. 

 

Siehe: Thomas Schinköth: Samuel Lampel. Kantor, Lehrer, Komponist, Publizist, Herausgegeben vom Leipziger Synagogalchor e. V., Jüdische Miniaturen Bd. 281, Leipzig 2021.

 

 

PRESENT

 

Leipziger Synagogalchor e. V.

Der Chor ist ein Unikat in der deutschen Musikgeschichte: 1962 von Oberkantor Werner Sander (1902–1972) gegründet, um die durch die Shoah verstummte jüdische Musik wieder erklingen zu lassen, widmet sich das nichtjüdische Ensemble bis heute der Aufführung synagogaler Chormusik von Renaissance bis Moderne sowie jiddischer und hebräischer Lieder. 2017 erhielt das Ensemble den Ehrenpreis der Obermayer German Jewish History Awards. 2020 wurde auf Initiative des Chores die „Revitalisierung synagogaler Chormusik des 19. und 20. Jahrhunderts Osteuropas“ als gutes Praxisbeispiel in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen.

 

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Bild: Samuel Lampel mit Schülern der jüdischen Gartenbauschule Ahlem, © Gedenkstätte Ahlem
Bild: Samuel Lampel mit Schülern der jüdischen Gartenbauschule Ahlem, © Gedenkstätte Ahlem